Motor nach 31 Jahren reaktivieren

... welches Öl? Warum springt sie nicht an? Wie wechsel ich was? ... Fragen über Fragen ...
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Zissel
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Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#1 Beitrag von Zissel » Sa, 06.10.2018, 8:32

Guten Morgen zusammen .. und gleich ein neues Thema ..

Ich überlege, meinen fast fabrik"neuen" Motor (4Tkm) nach 31 Jahren zu reaktivieren. Den hatte ich vor der Stilllegung mit frischem Öl gespült und mit Konservierungsöl befüllt. In Bewegung blieb er dann durch gelegentliches Kicken.

Habt Ihr Erfahrung mit solchen solchen Wiederbelebungen? Worauf ist zu achten?


Gruß Martin
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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#2 Beitrag von U.Loetzsch » Sa, 06.10.2018, 10:46

Hallo Martin,
ein Motor wird ja unter Verwendung von Öl montiert - Getriebe, Kupplung, Kolben, Zylinder usw.
da kann also niXS rosten. Möglicherweise können Wedis verhärten, was mir aber noch nicht passiert ist.
Ich habe schon mehrere Motoren nach langer Standzeit in Betrieb genommen - auch einen fabrikneuen - und es
ist gut gegangen. Hab aber im Bekanntenkreis auch von Motoren gehört, die undicht waren, was auch
Montagefehler gewesen sein könnten.
Ich würde an Deinen 31 Jahre alten Motor nochmal Schrauben checken und dann ohne weitere Sonderbehandlung
in Betrieb nehmen.
Viel Erfolg :)
Viele Grüße
Ulli
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Es gibt auch ein Leben ohne XS-650 - aber es lohnt sich nicht :-)

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#3 Beitrag von onkelheri » Sa, 06.10.2018, 11:24

hallo martin,

uli hat‘s soweit beschrieben ... beim gelegentlichen Durchkicken , hast da da auch etwas Öl in den Brennraum/ Zylinder gebracht?

Ich würde da nun etwas mit z. b. WD40 zunächst etwas nachspritzen um das möglicherweise etwas eingedickte Öl hinter den Kolbenringen zu lösen. Das etwas „ ziehen“ lassen ohne zu kicken ...

Dann wie oben! Viel Erfolg

Gruß heri
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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#4 Beitrag von Zissel » Sa, 06.10.2018, 14:52

Hallo Ulli, hallo heri,

danke für die Einschätzung! Öl hatte ich bei der Konservierung im Rahmen der Stilllegung in die Brennräume gebracht. Gekickt habe ich insbesondere, um die Hauptlager und Ventilfedern immer wieder mal in eine andere Position zu bringen.

WD40 nachspritzen ist eine gute Idee, andererseits habe ich immer etwas Bedenken, dass sich Ölkohle vom Kolbenboden löst und die Bröselbrühe dann zwischen Kolben und Zylinder mahlt. Aber das gilt im Prinzip ja auch für das normale Motoröl, das ich reingespritzt hatte ..

Meine Idee war noch, einen Ventildeckel abzuschrauben und ohne Kerzen durchzukicken - bis sichergestellt ist, dass oben Öl angekommen ist. Aber wahrscheinlich ist das ewas übertrieben ..


Gruß Martin
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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#5 Beitrag von Max » Sa, 06.10.2018, 15:07

Zissel hat geschrieben:
Sa, 06.10.2018, 14:52

Meine Idee war noch, einen Ventildeckel abzuschrauben und ohne Kerzen durchzukicken - bis sichergestellt ist, dass oben Öl angekommen ist. Aber wahrscheinlich ist das ewas übertrieben ..

Gruß Martin

Dieses sogenannte "vorschmieren" solltest du ruhig machen ...... dann ist zumindest sichergestellt das überall Öl angekommen ist, bevor Arbeitsdrücke und Temperaturen das Material belasten.
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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#6 Beitrag von Zissel » Sa, 06.10.2018, 15:25

Dann hab ich ja Gelegenheit, nach alter Väter Sitte einen Stehbolzen rauszureissen :mrgreen:
Gruß Martin

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#7 Beitrag von Zissel » Mo, 20.05.2019, 18:26

Bild

Bild

Bild

Gude!

Das hier ist das untere Ölsieb vom o.g. Motor. Den hatte ich vor der Stilllegung 1987 mit Konservierungsöl befüllt. Kann mir jemand sagen, was das für ein Glibber ist?

Es scheint nur ein reiner Bodensatz zu sein, das übrige Öl floss in der üblichen Menge normal ab.

Es ist offenbar keine Öl/Wasseremulsion, weil: Nicht milchig, sondern klar und durchsichtig, löst sich in Diesel auf ohne Wasserabscheidung.

Bei Erwärmung (Herd, kleinste Stufe) wird es sofort klar und flüssig, keine Trübung oder Wasserabscheidung. Schon in der Sonne beginnt sich das Zeug in Öl zu verwandeln und über den Rand der Filterplatte abzulaufen (s. Bild).
Gruß Martin

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#8 Beitrag von Zissel » Mo, 20.05.2019, 18:43

Die Frage geht auch in die Richtung, was zu tun ist, wenn man nicht zerlegen will. Der Motor soll in die laufende XS, damit ich deren Motor dann in Ruhe mit einer neuen ZKD und dem einen oder anderen neuen Gewindebolzen für einen inkontinenten Ventildeckel versehen kann. Zerlegen hieße vmtl. keine XS-Saison 2019, weil mir gerade einfach die Zeit
dafür fehlt..

Meine Idee war jetzt, den Motor mit billigem, ordentlich vorgewärmten Öl zu befüllen, ihn damit gründlich durchzuwärmen und das ganze erstmal wieder abzulassen. Dann die zweite Hälfte vom 5L-Billigkanister vorgewärmt einfüllen, Auslassdeckel ab, durchkicken und sicherstellen, dass oben beidseitig Öl ankommt. Anschließend starten, im Stand warmlaufen lassen, dann nochmals Öl auf jetzt normales 20W50 wechseln. Dabei Siebe nochmal kontrollieren, ob da noch etwas von dem Glibber hängengeblieben ist. Wenn nicht: Wagnis eingehen und fahren, weiterer Wechsel dann nochmal spätestens nach 500km..

Was meint Ihr?
Gruß Martin

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#9 Beitrag von Schrauber » Mo, 20.05.2019, 19:38

Guter Plan.
Achtung, Ausgabe 48 des Rüttlers ist erschienen

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#10 Beitrag von Zissel » Mo, 20.05.2019, 21:14

.. was mir auf dem Weg noch einfällt: m.o.w. alle Dichtungen scheinen nach der Zeit das ewige Bündnis eingegangen zu sein.. gibt es einen Trick, den rechten Ölfilterdeckel ohne Macken loszubekommen?
Gruß Martin

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#11 Beitrag von MiKo » Mo, 20.05.2019, 21:29

Moin,

wenn du den "Glibber" mit Wärme wieder verflüssigen kannst, dann sollte auch der Filterdeckel sich unter Wärmeeinwirkung von seinem Untergrund lösen lassen. Vielleicht auch WD40 in den Spalt sprühen und eine Nacht ziehen lassen ...?
Gruß
MiKo

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#12 Beitrag von Schrauber » Mo, 20.05.2019, 21:56

Schrauben raus.
Dann einen Holzkeil auf einer Seite zwischen den kleinen und großen Deckel treiben.
Der sollte den kleinen Deckel zur Seite drängen und somit lösen.
Achtung, Ausgabe 48 des Rüttlers ist erschienen

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#13 Beitrag von Zissel » Mo, 20.05.2019, 22:51

Danke, ich werd mal eine Kombi aus beiden Vorschlägen angehen :D
Gruß Martin

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#14 Beitrag von Zissel » Mi, 22.05.2019, 12:36

Hi, ich bin hier langsam echt am verzweifeln :92:

(1) Der Filterdeckel bewegt sich keinen Millimeter, weder mit WD40 noch mit Holzkeil. Auch ein hölzerner Rundstab, vorsichtig als "Meißel" in den Schraubenschächten angesetzt, um eine Rotationsbewegung zu bewirken: Null

(2) Der Kupplungsdeckel ließ sich vorne und in der Mitte lösen, scheint aber irgendwie auf der Kickstarterwelle festzuhängen. Oder so, als säße hinten/unten noch eine Schraube drin .. es sind aber alle zehn draußen. Die Dichtung scheint nicht zu kleben, Bewegung ist zwischen Deckel und Motorgehäuse rundum fühlbar. Vorne lässt er sich bis zu 5mm abheben, hinten/oben 1mm. Ich will jetzt aber auch nix kaputt machen - übersehe ich hier irgendwas??

Der Motor steht schon im Rahmen der zugelassenen XS..
Gruß Martin

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Re: Motor nach 31 Jahren reaktivieren

#15 Beitrag von Twinfan » Mi, 22.05.2019, 13:18

Moin,

versuchs mal mit einer Heißluftpistole. Bei der Ölspülung würde ich eher Synthetiköl nehmen wegen der reinigenden Wirkung. Und eine Runde fahren wäre auch nicht schlecht. Was soll schon passieren, außer daß das Öl hier und da rausdrückt....

Gruß
Manni

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