Öl im Auslasskanal

... welches Öl? Warum springt sie nicht an? Wie wechsel ich was? ... Fragen über Fragen ...
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TX
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Öl im Auslasskanal

#1 Beitrag von TX » So, 10.01.2021, 16:05

Hallo allerseits,

die TX hat zunehmen Öl in den linken Auslass abgegeben. Alles ziemlich verkokt, glänzt und der Auspuff bläute im Stand wenn sie warm war. Die Kerze war allerding nie verölt und wenn man in den Auslasskanal schaute konnte man sehen, dass der Bereich hinter dem Ventilschaft ölfeucht glänzte.

Jetzt habe ich den Kopf runter. In beiden Brennräumen und auf den Kolbenböden sind keine übermäßigen Ablagerungen. Praktisch nur Ruß, den konnte man mit einem rauen Tuch entfernen. Hinter den Auslassventilen sieht es aber ganz anders aus (besonders links). Die Schaftdichtungen hatte ich noch nicht lang her erneuert.

Ich würde gern die Führungen kontrollieren, aber habe natürlich nicht das Spezialwerkzeug. Kann man das mit der Wackelmethode machen? Und wenn ja, wie groß darf das Spiel am Ventilteller sein, wenn das Ventil ca 10 mm rausgezogen ist? Die TX hat die gleichen Ventile und Führungen und Toleranzen wie die XS.

Woran könnte es sonst noch liegen?


Danke vorab und beste Grüße
Peter

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Re: Öl im Auslasskanal

#2 Beitrag von Max » So, 10.01.2021, 16:40

.... Aufgrund der Symptom-Beschreibung würde ich die Ventilschäfte und deren Führung / Abdichtung als Ursache ansehen wollen .....

Am Ventilschaft / aus der Führung austretendes Öl schafft es bei laufendem Motor ja nicht "gegen den Strom" der austretenden Abgase, wenn die Ventile vernünftig schließen kommt auch nach dem Abstellen des warmen Motors nichts in den Brennraum und nur wenig am Ventil herunter .... was am heißen Ventil aber auch gleich teilweise verdampft ..... deshalb tropft da auch kaum was auf dem Kolben, wenn das Ventil nach dem Abstellen des Motors offen steht .....

Sollten die Ventilschäfte ausgenudelt sein, kommen die Schaftdichtungen möglicherweise nicht nach .....

Bewegen sich die Ventile seitlich, schwingt das ganze ja mit hoher Frequenz ..... das kann durchaus einen "pumpenden Effekt" erzeugen .....

Ich fände in den Zusammenhang das Spiel im Schaft "am oberen Ende" (wo der Kipphebel drückt) viel interessanter, als die Frage was der Ventilteller an Spiel aufweist ...
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Re: Öl im Auslasskanal

#3 Beitrag von race rich » Mo, 11.01.2021, 11:14

So wie sich das für mich anhört
sage ich mal der ganze Ventielschaft ist aus der Passung im Zylinderkopf geruckelt, und das Õl läuft zwischen dem Ventiel Schaft und der Alupassung
auf das Ventiel .
Um das zu prüfen braucht es kein Spezialwerkzeug
mit einer entsprechenden Nuss auf den Ventielteller gehauen macht die Keile am Ventiel frei und somit kann mann prüfen Ob der Schaft noch fest im Gehäuse sizt.
Zuletzt geändert von race rich am Mo, 11.01.2021, 14:06, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Öl im Auslasskanal

#4 Beitrag von Steffi » Mo, 11.01.2021, 12:43

race rich hat geschrieben:
Mo, 11.01.2021, 11:14
sage ich mal der ganze Ventielschaft ist aus der Passung im Zylinderkopf geruckelt, und das Õl läuft zwischen dem Ventiel Schaft und der Alupassung
auf das Ventiel .
Das seh ich auch so. Auch wenn ich das bei einer XS noch nie gesehen haben.
Am Ventischaft geht niemals so viel Öl vorbei, selbst wenn die Schaftdichtung fehlt. Da ist fast immer Überdruck.
Das Öl muss wo anders her kommen.

Griesli, Steffi
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Re: Öl im Auslasskanal

#5 Beitrag von Olli » Mo, 11.01.2021, 13:48

Hallo Steffi,

ich mag mich täuschen, glaube mich aber zu erinnern, dass TX
eine "echte" TX 750" (der "Stier" zumindest in der deutschen Werbung) hat.
fF Olli

Man sollte sich die Ruhe und Nervenstärke eines Stuhles zulegen.
Der muss auch mit jedem Arsch klar kommen.

"Olli-JC13" Bild

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Re: Öl im Auslasskanal - Update

#6 Beitrag von TX » Mo, 11.01.2021, 16:14

Hallo allerseits,

ja das ist eine echte TX 750, aber wenn mich nicht alles täuscht weiß das Steffi.

Heute war ich beim Instandsetzer. Er meinte auch, das Öl könne nicht vom Kopf/Führungen kommen, dafür sei es zuviel. (Auch wenn die Führungen nach seinem Urteil zuviel Spiel haben.) Er tippt auf die Kolben, wohl auch der Brennraumbereich im Kopf zu schwarz sei.
Jetzt habe ich die Zylinder runtergezogen und das Kolbenpaket auf eine Seite gedrückt. Dabei ist zu sehen dass die Ölabstreifringe einen deutlich geringeren Durchmesser haben als die beiden oberen Ringe. Ist das OK?

Der Motor wurde vor ein paar 1000 km nach einem Fresser mit neuen Kolben im 1. Übermaß überholt.

Ich kann gern mal Fotos machen wenn das weiterhilft.

Beste Grüße
Peter

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Re: Öl im Auslasskanal

#7 Beitrag von Steffi » Mi, 13.01.2021, 15:52

Komm her mit den Teilen dann können wir das alles schön ausmessen.
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Re: Öl im Auslasskanal - Update

#8 Beitrag von Gabanyi Bela » Do, 14.01.2021, 12:04

TX hat geschrieben:
Mo, 11.01.2021, 16:14
Hallo allerseits,

ja das ist eine echte TX 750, aber wenn mich nicht alles täuscht weiß das Steffi.

Heute war ich beim Instandsetzer. Er meinte auch, das Öl könne nicht vom Kopf/Führungen kommen, dafür sei es zuviel. (Auch wenn die Führungen nach seinem Urteil zuviel Spiel haben.) Er tippt auf die Kolben, wohl auch der Brennraumbereich im Kopf zu schwarz sei.
Jetzt habe ich die Zylinder runtergezogen und das Kolbenpaket auf eine Seite gedrückt. Dabei ist zu sehen dass die Ölabstreifringe einen deutlich geringeren Durchmesser haben als die beiden oberen Ringe. Ist das OK?

Der Motor wurde vor ein paar 1000 km nach einem Fresser mit neuen Kolben im 1. Übermaß überholt.

Ich kann gern mal Fotos machen wenn das weiterhilft.

Beste Grüße
Peter
Meinst du die Höhe der Ringe oder die Grösse?
Bela

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Re: Öl im Auslasskanal

#9 Beitrag von U.Loetzsch » Do, 14.01.2021, 18:04

Hallo,
die oberen Kanten der Kompressionsringe haben ein umlaufendes Profil.
Dieses muß nach oben weisen.
Auf den Ringen ist deren Größe markiert/eingeätzt - diese Markierung muß
ebenfalls nach oben weisen.
Wenn das nicht der Fall ist, streifen die Ringe das Öl nicht ab, sondern "pumpen"
es in Richtung Brennraum.
Das würde ich mal prüfen.

Den Fall, dass eine Ventilführung sich im Alu-Körper losschlackert will ich mir merken -
das habe ich noch nie erlebt :-)
Eigentlich kann dafür nur eine etwas enge (nicht zu enge :) Buchse verantwortlich sein.
Mit etwas zu wenig Passwiderstand wurde dann der relativ leichtere Widerstand immer
wieder überwunden, was dann zum Ausleiern an der falschen Stelle führte.
Viel Erfolg wünscht
Ulli
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Es gibt auch ein Leben ohne XS-650 - aber es lohnt sich nicht :-)

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Re: Öl im Auslasskanal

#10 Beitrag von schraubix » Do, 14.01.2021, 21:38

Hallo,
es könnte auch sein, dass nach dem "Fresser" der Oelabstreifer nicht gewechselt wurde. Der ist bei der TX nicht so leicht aufzutreiben.

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Re: Öl im Auslasskanal

#11 Beitrag von TX » Fr, 15.01.2021, 15:59

Hallo allerseits,

so sieht der linke Kolben aus. Laufleistung unter 10.000 km. Damals habe ich neue Übermaß-Kolben, neue Ringe und die Zylinder zum Instandsetzer gebracht. Die Honspuren an den Zylinderwänden sind ohne blanke Stellen zu sehen. Allerdings: Da damals keine Übermaß-Ringpakete 80.50 erhältlich waren, habe ich auf Anraten des Instandsetzers Ringe mit 80.75 Übermaß genommen, die der Instandsetzer dann auf Maß gekürzt hat. Jetzt habe ich vorsichtshalber zwei Original 80.50 Ringpakete bestellt.

Gruß
Peter
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Re: Öl im Auslasskanal

#12 Beitrag von Gabanyi Bela » Sa, 16.01.2021, 11:38

Sonst wirst du bei Porsche fündig! Die alte Porsche Motoren haben die passenden Ringe, ev. muss du die Ringnuten breiter ausstechen lassen! Die Kolbenringe werden bei den meisten Instandsetzer gleich bearbeitet und passend gemacht. Mit einer Diamantfeiler wird passende Grösse bearbeitet. Ansonsten ist die Methode Ölabstreiferingrevision à la Steffi eine gute Methode.
Bela

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Re: Öl im Auslasskanal

#13 Beitrag von TX » So, 17.01.2021, 12:43

Hallo,

danke für alle Tipps bisher.
Ich habe die Ringe jetzt vom Kolben abgezogen und im Zylinder auf Stoßspiel und Anliegen an der Wand geprüft. Das Stoßspiel ist etwas erhöht aber noch innerhalb der Toleranz.

Hier https://cdn2.ms-motorservice.com/filead ... _51711.pdf stehen auch ein paar interessante Sachen drin.

Was mir nicht ganz klar ist, ist die Wirkung von Steffi's Dehnungsmaßnahme: Der Wellenring schmiegt sich ja in die Kolbennut ein und hat keinen Kontakt zur Zylinderwand. Den übernehmen die beiden Ölringe oben und unten, die wiederum auf den Nasen des Wellenrings sitzen. Werden die dann durch den geweiteten Wellenring mehr an die Zylinderwand gedrückt? Oder hab ich da irgendwo Denkfehler?

Viel Spaß beim Schneeschippen und Grüße
Peter

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Re: Öl im Auslasskanal

#14 Beitrag von U.Loetzsch » So, 17.01.2021, 13:57

Du beurteilst das genau so, wie es gemeint ist :)
Nach der Steffi-Methode hatte ich manchmal ungleich gelängte Abschnitte in den
Dehnungsringen- meine Schuld :oops:
Jetzt lege ich die Ringe auf eine ebene Unterlage, sehe mir das Stoßspiel an
und klopfe dann mit einem Kunststoffhammer ganz vorsichtig und gleichmäßig
reihum auf den Ring. Mit etwas Geduld wird so die Öffnung des Ringes erweitert.
Ich gehe bis etwa 2mm. Beim Einbau darauf achten, dass die Ringenden nicht
doppelt liegen, wobei das auch passieren kann, wenn man`s wie Steffi macht.
Gruß Ulli
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Re: Öl im Auslasskanal

#15 Beitrag von TX » So, 17.01.2021, 15:46

Hallo Uli,

nur damit ichs richtig verstehe (frag ich lieber einemal zuviel):
Du legt das Ölabstreifpaket (oberer und unterer Ring mit Wellenring dazwischen) zusammen hin, bearbeitest es mit dem Gummihammer und misst das Stoßspiel von obrerem und unterem Ring? Der Wellenring hat ja die Tendenz sich zusammen zu ziehen, nicht sich auszudehnen...Ich wüsste auch nicht wie man bei ihm ein Stoßspiel in unmontiertem Zustand messen könnte.

Gruß
Peter

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