Hallo liebe MenXSchen,
schonmal herzlichen Dank
für Eure Rückmeldungen !
Wiederbelebung des Anlassers
-
aXSel
- Neuling

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- Registriert: So, 07.12.2025, 12:51
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Re: Wiederbelebung des Anlassers
... sie rüttelt sich,
sie schüttelt sich
und lässt die Straße hinter sich ...
sie schüttelt sich
und lässt die Straße hinter sich ...
- MiKo
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Re: Wiederbelebung des Anlassers
ich denke, Heris Erläuterungen zu seiner Forschungsarbeit sollten auch hier einsortiert werden
https://www.xs650.de/forum/viewtopic.ph ... 46#p316646
Hallo zusammen,
also nach meinen Recherchen, vor allem auch Videoclip von Steffi und jetzt jüngstes, wirklich gutes Video#144 von Reiner Althaus...
Hier sind 2 Lösungsansätze angedacht, das "Scheppern" zu beenden: einmal die aufwändige, weil anders gestaltete Schräge des Bendixsystems von Steffi, Reiner nimmt den Klassiker Zusammenwürgen des Federclips, hier um die Reibung zu erhöhen. Beide Änderungen sollen in der Folge das Anlasserrad der Kurbelwellenverzahnung besser und sicher zuführen und es dort besser im Eingriff halten.
Leider ist das mit beiden nur bedingt erfolgreich … … das Zusammenbiegen habe ich schon mit der ersten XS zu Kupferdreh-Zeiten getan. Dies hat für etwa 10 Starts funktioniert … dann hat es wieder gescheppert. Die "neue" Steffischräge klang auch für mich vollkommen logisch, aber so wirklich glückliche Rückmeldungen haben mich nicht erreicht.
Nun, da die Laborratte "Firebird" bisher nur gekickt wurde, hat mich das Problem nicht wirklich berührt. Vom Hörensagen klingt durch, dass ja 2/3 der XSser, auch die Profis meinen: "Nö alles super, mein Anlasser läuft ...!"
Aber diesem Drittel, deren Anlasser herumrandaliert und scheppert, dessen "Bendixzahnstein" sich im Öl und hoffentlich an den Magneten wiederfindet, euch sei gesagt: „Das Ende des Schreckens ist nahe"
Die letzten 8 Wochen habe ich mich NUR mit dem Anlasser und dessen Antriebsstrang befasst. Durch eine glückliche Fügung ist hier ja nun auch ein elektrisch zu startender Motor in meinem Bestand, Dieser hat von mir auch einen frisch gewarteten Standardanlasser eingebaut bekommen. Die Geräuschentwicklung war allerübelst.
Nun erinnerte ich, dass ich Steffi in einem Telefonat vor vielen Jahren frug, ob er aufgrund seines elektronischen Know-hows nicht einen "Sanftanlauf für 200 Ampère" bauen könne, das ich eigentlich im Bereich Schonung der Rollenkupplungen von XS 750/850/1100 sah. Nun er hat es umgesetzt und es ist ja seit geraumer Zeit käuflich. Danke, Steffi! Dieses Relais lässt also den Bendix relativ gewaltfrei einrücken und schont damit die Zahnpaarung beim Start, eben auch bei der XS. Das Geräusch ist gewöhnungsbedürftig, aber definitiv sehr schonend!
Ist indessen aber das Bendixrad einmal angeschlagen, nützt dies leider dann auch nicht mehr viel und das Scheppern bleibt, wie bei mir bis vor etwa 4 Wochen.
Die oben erwähnten Anlasser "tune" ich ja seit einiger Zeit sehr erfolgreich und kann dort Spannungseinbrüche von weniger als 2,5 Volt für mich verbuchen. Also, wo sonst bei voller Batterie oder auch im Beiwagenbetrieb einer XS1100 beim Startvorgang mit 44 Ah Autobatterie im Beiwagen die Bordspannung von 12,7 Volt auf 9,8 Volt einbrach, blieb sie nach Wechsel auf den von mir umgebauten Anlasser bei 12,2 Volt und das beim kalten Elefantentreffen am Ring, die nur 0,5 Volt sind rekordverdächtig.
Nun, auf dieser Erfahrung aufbauend, habe ich nun mir den Hitachi vorgenommen und mit Anlassern der 80er und 90iger Jahre verglichen. Den vorhanden Anlasser also hier getestet und trotz frischer Wartung kam er unbelastet im Teststand nicht an die in Mikos Hitachi-Datenblatt angebebene Drehzahl von 11000 Umdrehungen bei 35 - 45 Ampère Stromaufnahme heran: es waren ~9800 bei ~42 A, im Motorrad brach die Spannung auf unter 9 V und der Anlasser zog in der Spitze bis 160 A aus der 9 Ah Batterie.
Den von mir erdachten, zeitgemäßen Umbau führte ich dann an einem anderen vorhandenen Anlasser (mit annähernd gleich lausigen Werten) aus, nebst Strahlen, Lackieren und neuer Abdichtung, und schwuppdiwupp: deutlich 11500 Umdrehungen und eher unter 30 A Stromaufnahme. Diesen habe ich dann in das Motorrad eingebaut, dazu aber auch die Kupplungsseite geöffnet und das Bendixrad gegen ein vorhandenes, noch gutes getauscht – und auch die Klammer zunächst auch nach der von Reiner Althaus bestens dargestellten Methode in die Originalführung eingepasst. Nicht gemacht habe ich die damit erhöhte Spannung erhalten, sondern diese so weit gelöst, dass dieser Clip etwas mehr Spannung/Reibung aufbaut, wie er für das Spannen der Auswerferfeder beim Einrücken benötigt. Das Ergebnis ist so überzeugend, dass ich nun beschloss, den Umbau des Anlassers auf die ohne Gehäusetrennung erreichbaren Teile des Starterantriebsstranges zu erweitern.
Das ist an meiner Maschine bisher noch nicht vollständig geschehen, ist aber vorbereitet. Fakt ist, dass nun schon folgende Werte wiederholt messbar waren: Bordnetz 11.08 Volt bei nur 140 Ampère. Eine hierbei an der Nockenwelle durchgeführte Drehzahlmessung ergab 160 Umdrehungen, welche 320 Umdrehungen der Kurbelwelle entsprechen, somit auch 20 mehr als die von Hitachi angegebenen 300U bei höheren Strömen und nur noch ~8,5 Volt.
Also ich bin der festen Überzeugung, dass sich der Aufwand wirklich gelohnt hat und die nächsten Toppings sich auch deutlich bemerkbar machen. Den bis hierher involvierten Forumsmitgliedern & Profikollegen danke ich für die ermutigenden Gespräche und für den fruchtbaren Gedankenaustausch, das in mich gesetzte Vertrauen in Sachen der Vorbestellung, und ich hoffe, dass alle, die mit dem Anlasser unglücklich sind oder noch ohne, noch unglücklicher sind, sich nun melden, um glücklich zu werden. Sofern eure Gehäuse jetzt noch offen sind oder die Öffnung geplant ist: Jetzt ist beste Gelegenheit.
Ein Servicepaket wird hier geschnürt, dem ihr hoffentlich nicht widerstehen könnt.
Gruß Heri
Ja, er ist jetzt auch Profi.
https://www.xs650.de/forum/viewtopic.ph ... 46#p316646
Hallo zusammen,
also nach meinen Recherchen, vor allem auch Videoclip von Steffi und jetzt jüngstes, wirklich gutes Video#144 von Reiner Althaus...
Hier sind 2 Lösungsansätze angedacht, das "Scheppern" zu beenden: einmal die aufwändige, weil anders gestaltete Schräge des Bendixsystems von Steffi, Reiner nimmt den Klassiker Zusammenwürgen des Federclips, hier um die Reibung zu erhöhen. Beide Änderungen sollen in der Folge das Anlasserrad der Kurbelwellenverzahnung besser und sicher zuführen und es dort besser im Eingriff halten.
Leider ist das mit beiden nur bedingt erfolgreich … … das Zusammenbiegen habe ich schon mit der ersten XS zu Kupferdreh-Zeiten getan. Dies hat für etwa 10 Starts funktioniert … dann hat es wieder gescheppert. Die "neue" Steffischräge klang auch für mich vollkommen logisch, aber so wirklich glückliche Rückmeldungen haben mich nicht erreicht.
Nun, da die Laborratte "Firebird" bisher nur gekickt wurde, hat mich das Problem nicht wirklich berührt. Vom Hörensagen klingt durch, dass ja 2/3 der XSser, auch die Profis meinen: "Nö alles super, mein Anlasser läuft ...!"
Aber diesem Drittel, deren Anlasser herumrandaliert und scheppert, dessen "Bendixzahnstein" sich im Öl und hoffentlich an den Magneten wiederfindet, euch sei gesagt: „Das Ende des Schreckens ist nahe"
Die letzten 8 Wochen habe ich mich NUR mit dem Anlasser und dessen Antriebsstrang befasst. Durch eine glückliche Fügung ist hier ja nun auch ein elektrisch zu startender Motor in meinem Bestand, Dieser hat von mir auch einen frisch gewarteten Standardanlasser eingebaut bekommen. Die Geräuschentwicklung war allerübelst.
Nun erinnerte ich, dass ich Steffi in einem Telefonat vor vielen Jahren frug, ob er aufgrund seines elektronischen Know-hows nicht einen "Sanftanlauf für 200 Ampère" bauen könne, das ich eigentlich im Bereich Schonung der Rollenkupplungen von XS 750/850/1100 sah. Nun er hat es umgesetzt und es ist ja seit geraumer Zeit käuflich. Danke, Steffi! Dieses Relais lässt also den Bendix relativ gewaltfrei einrücken und schont damit die Zahnpaarung beim Start, eben auch bei der XS. Das Geräusch ist gewöhnungsbedürftig, aber definitiv sehr schonend!
Ist indessen aber das Bendixrad einmal angeschlagen, nützt dies leider dann auch nicht mehr viel und das Scheppern bleibt, wie bei mir bis vor etwa 4 Wochen.
Die oben erwähnten Anlasser "tune" ich ja seit einiger Zeit sehr erfolgreich und kann dort Spannungseinbrüche von weniger als 2,5 Volt für mich verbuchen. Also, wo sonst bei voller Batterie oder auch im Beiwagenbetrieb einer XS1100 beim Startvorgang mit 44 Ah Autobatterie im Beiwagen die Bordspannung von 12,7 Volt auf 9,8 Volt einbrach, blieb sie nach Wechsel auf den von mir umgebauten Anlasser bei 12,2 Volt und das beim kalten Elefantentreffen am Ring, die nur 0,5 Volt sind rekordverdächtig.
Nun, auf dieser Erfahrung aufbauend, habe ich nun mir den Hitachi vorgenommen und mit Anlassern der 80er und 90iger Jahre verglichen. Den vorhanden Anlasser also hier getestet und trotz frischer Wartung kam er unbelastet im Teststand nicht an die in Mikos Hitachi-Datenblatt angebebene Drehzahl von 11000 Umdrehungen bei 35 - 45 Ampère Stromaufnahme heran: es waren ~9800 bei ~42 A, im Motorrad brach die Spannung auf unter 9 V und der Anlasser zog in der Spitze bis 160 A aus der 9 Ah Batterie.
Den von mir erdachten, zeitgemäßen Umbau führte ich dann an einem anderen vorhandenen Anlasser (mit annähernd gleich lausigen Werten) aus, nebst Strahlen, Lackieren und neuer Abdichtung, und schwuppdiwupp: deutlich 11500 Umdrehungen und eher unter 30 A Stromaufnahme. Diesen habe ich dann in das Motorrad eingebaut, dazu aber auch die Kupplungsseite geöffnet und das Bendixrad gegen ein vorhandenes, noch gutes getauscht – und auch die Klammer zunächst auch nach der von Reiner Althaus bestens dargestellten Methode in die Originalführung eingepasst. Nicht gemacht habe ich die damit erhöhte Spannung erhalten, sondern diese so weit gelöst, dass dieser Clip etwas mehr Spannung/Reibung aufbaut, wie er für das Spannen der Auswerferfeder beim Einrücken benötigt. Das Ergebnis ist so überzeugend, dass ich nun beschloss, den Umbau des Anlassers auf die ohne Gehäusetrennung erreichbaren Teile des Starterantriebsstranges zu erweitern.
Das ist an meiner Maschine bisher noch nicht vollständig geschehen, ist aber vorbereitet. Fakt ist, dass nun schon folgende Werte wiederholt messbar waren: Bordnetz 11.08 Volt bei nur 140 Ampère. Eine hierbei an der Nockenwelle durchgeführte Drehzahlmessung ergab 160 Umdrehungen, welche 320 Umdrehungen der Kurbelwelle entsprechen, somit auch 20 mehr als die von Hitachi angegebenen 300U bei höheren Strömen und nur noch ~8,5 Volt.
Also ich bin der festen Überzeugung, dass sich der Aufwand wirklich gelohnt hat und die nächsten Toppings sich auch deutlich bemerkbar machen. Den bis hierher involvierten Forumsmitgliedern & Profikollegen danke ich für die ermutigenden Gespräche und für den fruchtbaren Gedankenaustausch, das in mich gesetzte Vertrauen in Sachen der Vorbestellung, und ich hoffe, dass alle, die mit dem Anlasser unglücklich sind oder noch ohne, noch unglücklicher sind, sich nun melden, um glücklich zu werden. Sofern eure Gehäuse jetzt noch offen sind oder die Öffnung geplant ist: Jetzt ist beste Gelegenheit.
Ein Servicepaket wird hier geschnürt, dem ihr hoffentlich nicht widerstehen könnt.
Gruß Heri
Ja, er ist jetzt auch Profi.
Gruß
MiKo
MiKo