ROTOR

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oliver
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Re: ROTOR

#16 Beitrag von oliver »

Hallo Richard,
also aufs Alter der Rotoren würde ich nicht gehen. Meiner Erfahrung nach macht es nicht das Alter sondern die km im Betrieb. Wahrscheinlich setzen denen Vibrationen einer Unwucht der KW zusätzlich zu. Wenn Du sicher gehen willst ist ein neuer Rotor sicher die beste Wahl. Mein Vorgänger hatte einen defekten Rotor mit den ersten ca. 40000km und ca. 8 Jahren. Dieser Rotor hat bei mir den Geist nach ca. weiteren 10 Jahren und 120000km aufgegeben. Der dann - damals noch erhältliche - neue Yamaha Rotor starb vor 2 Jahren, etwa 20 Jahre und knapp weiteren 180000km später. Ich hatte dann auf die Schnelle einen eingebaut den ich noch zu Hause gefunden hatte, sah sehr gut aus, geschätzt max 20000 km gelaufen aber sicher über 45 Jahre alt.
Gruß
Oliver

Phil Wolf
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Re: ROTOR

#17 Beitrag von Phil Wolf »

Denk so alt wie meine Kiste 1982
F. T. W

Hans Joachim Pahl
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Re: ROTOR

#18 Beitrag von Hans Joachim Pahl »

Der Rotor besteht ja neben dem Konussitz und dem Kern aus aufgewickeltem Kupferlackdraht. Kupferlackdraht hat zur Isolierung nicht wie die Kabel, die man im Kabelbaum verwendet einen "Kunststoffschlauch" als Isolierung, sonder eine Lackschicht. Diese Lackschicht ist bei der Lagerung im Regal nicht der Sonneneinstrahlung oder hohen Temperaturen ausgesetzt. Von daher ist bei der Lagerung keine nenenswerte Alterung zu erwarten. Die Rotoren werden defekt, indem der Lack auf den Kupferdrähten, der diese voneinander isolieren soll, dieses nicht mehr tut. Die Folge ist, wie bereits weiter oben beschrieben, dass einige Wicklungen überbrückt werden und der Strom jetzt auf kürzerem Wege durch die Spule fließt und sich damit ein schwächeres Magnetfeld aufbaut.

Ob durch Vibrationen die isolierende Lackschicht des Drahtes versagen kann, mag von der Qualität des Lackes und der Fertigung abhängen. Zu mindestens muss eine Relativbewegung zwischen den Drahtschleifen möglich sein, damit hier etwas durchscheuern kann.

Man spricht ja von einem "durchgebranntem Rotor". Der Effekt, der den Rotor verschleißen lässt- er fällt ja nich spontan aus - ist zweifellos die Wärme, wobe hier die Qualität des Isolierlackes natürlich auch von Bedeutung ist. Originalersatzteile und solche, die in die laufende Fertigung einfließen oder eingeflossen sind, unterlagen immer der Qualitätskontrolle des Fahrzeugherstellers. Teile, die von Zulieferern an die Ersatzteilhändler verkauft werden, unterlagen natürlich nicht Qualitätskontrolle des Fahrzeugherstellers und hier mag es sein, dass hier auch mal Teile in den Handel kommen, die man beim Fahrzeughersteller nicht mehr "loswürde".

Aber zurück zum Rotor. Der Rotor wird im Betrieb warm. Das ist einmal die Abwärme des Motors und zum anderen der Strom, der hindurchfließt. Je mehr Verbraucher in Betrieb wird, desto mehr Strom wird gebraucht und der Laderegler stellt eine höhere Spannung ein, die an den Kohlen am Rotor anliegt. Damit fließt ein größerer Strom durch den Rotor und erwärmt ihn. Das bedeutet, das H4 Licht, Heizgriffe usw. den Rotor in einer Weise belasten, für die erwahrscheinlich nicht ausgelegt wurde, da es damals, als die XS650 konstruiert wurde noch kein H4 licht gab und man auch bei Tage nicht mit Licht fahren musste.

Gleiches gilt auch für den Stator.

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Monza
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Re: ROTOR

#19 Beitrag von Monza »

Hans Joachim Pahl hat geschrieben: Fr, 18.08.2023, 9:20
....., da es damals, als die XS650 konstruiert wurde noch kein H4 licht gab und man auch bei Tage nicht mit Licht fahren musste.

was ich bis heute auch noch genauso praktiziere. :D
Freundliche Grüße
Andreas

Hans Joachim Pahl
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Re: ROTOR

#20 Beitrag von Hans Joachim Pahl »

"was ich bis heute auch noch genauso praktiziere. :D"
Diejenigen, die mich persönlich kennen, wissen, dass ich in den letzten 20 Jahren meines Berufslebens "öbv Sachverständiger für Fahrzeugtechnik" war. Bei schweren Verkehrsunfällen wurden wir von der Polizei zur Unfallaufnahme gerufen und haben später für die Gerichtsverhandlung ein "Vermeidbarkeitsgutachten" erstattet.

Bei der Unfallaufnahme hat man immer alle Glühlampen (im Volksmund "Birnen") mitgenommen, um sie später daraufhin zu untersuchen, ob sie zum Zeitpunkt der Kollision eingeschaltet waren. Ob z.B ein Spurwechsel oder ein Abbiegevorgang durch Blinken angekündigt wurde, ob das Bremslicht intakt war und am wichtigsten, ob das Fahrlicht eines Motorrades eingeschaltet war. Leider war der Frontscheinwerfer eines Motorrades auch schonmal so zerstört, dass man das nicht mehr feststellen konnte.

Manch einem Motorradfahrer mag nun seine "Coolness" wichtiger sein, als ein evtl. Schadenersatzanspruch und seine eigene Sicherheit, aber er sollte auch bedenken, dass er andere gefährdet. Wird er von einem wartepflichtigen Pkw-Fahrer übersehen - weil sen Fahrlicht nicht eingeschaltet war - während sich das Motorrad auf der Vorfahrstraße befindet und es kommt zur Kollision auf Höhe der Fahrertür sind bei dem Pkw-Fahrer schwerste Verletzungen zu erwarten.

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