Mal wieder USB Regler / Batterie Alterung

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Martin Weiss
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Mal wieder USB Regler / Batterie Alterung

#1 Beitrag von Martin Weiss »

Hallo zusammen, nach langer Zeit mal wieder ein Thema von mir...

ich hab seit gefühlt 100 Jahren Steffis USB Regler. Kombiniert mit Original Ladesystem (iO) und 14Ah Säurebatterie. Also Standard. Die erste Zeit damit hab ich nicht mehr in Erinnerung. Aber seit mindestens 10 Jahren ist es so, daß ich alle 2 Jahre die Batterie wechseln muß, Ich hab da schon 4 oder 5 Yuasa durchgeschossen, mit immer dem selben Phänomen: Neue Batterie frisch gefüllt und mit CTEK einmal geladen geht am Lader auf 14,4V hoch,, CTEK regelt runter bis auf 12,8, alles gut. Dann Einbau. Kraftvolles E Starten mit kaltem 750 ccm Motor. Das geht dann einige Wochen gut, USB Regler hält die 13,8V. Nachgemessen. Starten wird dann immer schlechter, Batterie bricht immer mehr ein. Leerlaufspannung am Morgen nach einer Fahrt (also Zündung aus) liegt dann immer so bei ca. 12,6 V. Dh Batterie wird definitiv geladen. Aber eben nur auf 13,8 max.

Beim dann erfolgenden Probieren am CTEK (0,8 A Ladestrom) erreicht dieser die 14,4 nicht mehr, bleibt bei ca. 14V hängen und geht dementsprechend auch nicht mehr in die Abregelphase. Batterie gast stark wenn man sie angeschlossen lässt. Rest des Jahres kann man fahren, E Starten immer unwilliger.

Im Winter dann wieder ans CTEK gehängt. Konstantes Dranlassen unmöglich, da eben die Spitzenspannung von 14,4 vor Umschalten in die Erhaltungsphase nicht erreicht wird. Alternatives anderes Ladegerät mit Bleimodus und 1,4A eingestelltem Ladestrom probiert, bleibt bei 14,2V und 0,7 A hängen und geht auch nicht in die Abschaltung.
Im Frühjahr Batterie müde, E Starten Glückssache. Irgendwann am Ende des 2. Jahres ist die Batterie so schwach (Ri so hoch), daß es Kickstartprobleme und Motorabsteller im längeren Leerlauf gibt. -> ab zur Entsorgung.

Nach dieser langen EInleitung - was ich mich frage, ist: Kann es sein, daß das Laden im Fahrbetrieb mit "nur" 13,8 die Batterie eben doch nicht komplett voll macht, diese sich dann aufgrund der nie erfolgenden Volladung vorzeitig altert, sulfatiert, den Innenwiderstand vorzeitig erhöht? Also die 13,8 "eigentlich" kontraproduktiv sind? Es sind hier doch massenweise dieser USB Regler im Einsatz. Wie sind denn die Erfahrungen? Ich bin batterietheoretisch nicht bewandert genug. Was ich aber sehe, daß zB in meiner RD07A Africa Twin eine 12 Jahre alte Batterie gleicher Bauart drin ist, am CTEK wie erwartet bei 14,4 umschaltet in Erhaltungsladung, und die ganze Zeit frisch wie am ersten Tag startet. Und das bei nachgemessener Ladespannung im Bordnetz von 14,4 bis 14,5 V...

Anmerkungen wären sehr willkommen

Schöne Grüße

Martin

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Schrauber
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Re: Mal wieder USB Regler / Batterie Alterung

#2 Beitrag von Schrauber »

Ich fahre den USB-Regler mit Yuasa Blei/Säure Akku seit einigen Jahren.
Ich hab aber keinen Anlasser drin.
Auch lass den Akku über Winter einfach im Moped ohne zu laden.
Der war letztes Frühjahr( da war er schon 5 Jahre alt) noch gut genug, zum ankicken.
Frag mich nicht nach Meßwerten. Du weisst, wenns läuft Finger weg davon und nich fragen, warum es läuft. :wink:

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MiKo
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Re: Mal wieder USB Regler / Batterie Alterung

#3 Beitrag von MiKo »

Moin,

das ist ja eine umfangreiche Beschreibung - daran kann sich so mancher Ratsuchende ein Beispiel nehmen ...

Im eigenen Fuhrpark konnte ich so etwas mangels Vergleichbarkeit nicht beobachten - meine Batterien kommen aber auch seit Ewigkeiten nicht mehr für den Winter ins Haus, sondern bleiben ziemlich ungewartet eingebaut und werden dann bei Bedarf mal aufgefrischt.

Die eine XS hat die RD-LiMa mit zugehörigem Regler und eine AGM-Batterie, die andere mit originaler LiMa und USB-Regler einen LiFePo-Block.
Erstere habe ich an Silvester nach sicherlich 6 Wochen Ruhestand ohne Problem mit dem E-Starter angeworfen - das interne Voltmeter hat zwar am rot-weißen Kabel dabei nur noch knapp 8V angezeigt, aber dank NWZ-Stablisierung hat das zum Zünden gereicht.

Die zweite habe ich gestern mal als Vergleichsmedium für Rüdigers Anfrage "gibt es hörbare Unterschiede beim Anlassen mit gezogener Kupplung?" nutzen wollen, da hat es aber nur zu einem müden Husten des Anlassers gereicht. Der LiFePo muß also erst wieder aufgefrischt werden.

Allerdings habe ich auch schon mal ein paar USB-Regler an Steffi geschickt zur Überprüfung, weil die Motorräder nicht wirklich gute Ladeleistung bemerken ließen. Er hat sie aber für Gut befunden. Also haben wir die Batterie getauscht, und das Thema war durch - im Grunde vergleichbar zu deinen Erfahrungen, nur eben nicht auf Langzeitbeobachtung basierend. Wir haben uns das mit der geringen Laufleistung der Motorräder und daher auch nur sporadischen Ladung dieser Batterien erklärt. Da wir seit einigen Jahren nur AGM-Batterien verwenden, ist ein vermehrtes Gasen naturgemäß nicht festzustellen.
Gruß
MiKo

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klaus krueger
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Re: Mal wieder USB Regler / Batterie Alterung

#4 Beitrag von klaus krueger »

Hallo, ich fahre ein importiertes US-SE- Modell (2M0) mit original Lichtmaschine und "Zwangsbeleuchtung", d. h. ich kann mein Licht während der Fahrt nicht ausschalten (trotz vorhandenem Schalter), da dieses über ein elektronisches Relais eingeschaltet wird, sobald der Motor angesprungen ist und genügend Fahrt aufgenommen hat.
Lichtmaschine, Rotor sind in Ordnung, Kabelbaum wurde vor einigen Jahren vorsorglich gegen einen nagelneuen ausgetauscht. Der elektrische Anlasser wird von mir hin und wieder genutzt, in letzter Zeit vermehrt, wegen Knieproblemen durch eine alte Unfall-Verletzung. Also keine wirklichen Probleme elektrischer Natur. Gefühlt alle 5 Jahre brauchte ich eine neue Batterie, da die Leistung und Ladefähigkeit abnahm und der E-Starter nicht mehr fröhlich sein Werk verrichtete.

Vor Jahren, kurz nachdem der USB-Regler erhältlich war, habe ich dann den USB-Regler eingebaut, um "auf der sicheren Seite zu sein". Ich habe festgestellt, dass besagtes Licht-Relais danach länger brauchte bis die Ladekontroll-Leuchte nach dem Starten vollkommen erlosch und habe das auf den niedrigeren Ladestrom durch den USB-Regler zurückgeführt, was ja auch Sinn macht. Leider hat aber das Startvermögen meines Anlassers auf Dauer kontinuierlich abgenommen. Auch nach dem Einbau einer neuen Batterie hat sich das Ganze erneut so abgespielt nach relativ kurzer Zeit. Die Batterie wurde offensichtlich nicht ausreichend geladen. Ich bin allerdings auch kein Vielfahrer.

Daraufhin habe ich den Original-Spannungsregler, der auf seinem alten Platz verblieben war, wieder aktiviert und dieses Problem rote Lampe nach dem Start für längere Zeit war wieder weg und die Batterie wurde zur Freude meines E-Starters wieder voll aufgeladen. Seitdem habe ich dem mechanischen Original-Regler wieder den Vorzug gegeben. Insofern decken sich meine Erfahrungen vollständig mit Martins Erfahrungen. Der USB-Ladestrom ist auch meiner Meinung nach nicht wirklich ausreichend, die Batterie auf Dauer vollständig aufzuladen.

Vor zwei Jahren habe ich nun in einen LiFePo-Akku und das Starter-Relais von Steffi investiert, unter Beibehaltung des originalen Anlasser-Räder-Satzes. Danach war es eine wahre Freude, auf den Anlasserknopf zu drücken! :13: :74: Der Anlasser spurte sicher ein, fuhr langsam an, zog locker durch und brachte die Fuhre sicher zum Laufen.
Um sicher zu gehen hatte ich erneut wieder den USB-Regler verbaut, damit keine Überladung stattfinden kann. Allerdings hatte ich irgendwann im letzten Jahr den Eindruck, dass auch der LiFePo-Akku sich etwas schwerer tat, das rote Lämpchen brauchte wieder länger bis es ausgeht... Daraufhin habe ich erneut den Original-Regler angeschlossen und nach kurzer Zeit war wieder alles gut. 8)

Nun hoffe ich mal, dass das meinem LiFePo auf Dauer auch gut bekommt. :wink:

Soweit meine Erfahrungen zu dem Thema ...

Klaus

PS: Falls jemand eine für mich gut machbare Idee hat, diese "Zwangsbeleuchtung" auszuschalten bzw. loszuwerden: Immer her mit den Vorschlägen! :D
wir wissen zwar nicht, wo es lang geht...aber wir beeilen uns trotzdem!!

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MiKo
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Re: Mal wieder USB Regler / Batterie Alterung

#5 Beitrag von MiKo »

klaus krueger hat geschrieben: Do, 18.01.2024, 17:43 ...
PS: Falls jemand eine für mich gut machbare Idee hat, diese "Zwangsbeleuchtung" auszuschalten bzw. loszuwerden: Immer her mit den Vorschlägen! :D
das ist recht einfach:
ich beziehe mich jetzt mal auf diesen Schaltplan
https://www.xs650.de/literatur/schaltpl ... -color.jpg
  • du brauchst natürlich einen Lichtschalter
  • du suchst im Stecker zum SafetyRelais den blau-schwarzen Draht, der zum ReserveLighting Unit führt, und den rot-gelben, der von der Sicherung kommt.
  • pinne diese beiden aus dem Stecker aus (oder schneiden, die Stummel sind dann stromfrei) und setze den Lichtschalter dazwischen ... wird vermutlich ein paar Meter Zusatzdraht (1,5mm² gegen zu hohen Spannungsverlust) benötigen, damit du den Schalter im Griffbereich hast.
Dadurch wird das Relais, das von der LiMa getriggert wird, durch den Schalter ersetzt, und der Rest (also auch die Lichtumschaltung bei Ausfall des einen Glühfadens) bleibt unangetastet.

Wenn du diese Elektronik auch nicht haben willst, mußt du den blau-gelben Draht, der im Scheinwerfer zum am linken Lenkerschalter führt, auf den Ausgang des neuen Lichtschalters legen. Dessen Eingang bleibt natürlich das rot-gelb von der Sicherung.
Gruß
MiKo

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R.Wolters
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Re: Mal wieder USB Regler / Batterie Alterung

#6 Beitrag von R.Wolters »

Vor zwei Jahren habe ich nun in einen LiFePo-Akku und das Starter-Relais von Steffi investiert, unter Beibehaltung des originalen Anlasser-Räder-Satzes. Danach war es eine wahre Freude, auf den Anlasserknopf zu drücken!
Geht dieses Relais auch gut mit einer normalen 30 AH Gel Batterie mit 420 A Startstrom, oder gar mit einer normalen Motorradbatterie? Hat da jemand Erfahrungen gesammelt? Ihr merkt sicher, dass Elektrik nicht mein Ding ist :D
Grüße, Rüdiger aus MH

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klaus krueger
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Re: Mal wieder USB Regler / Batterie Alterung

#7 Beitrag von klaus krueger »

Hallo Rüdiger,

willkommen im Club der Elektro-Legastheniker! :wink: Also ich gehe davon aus, dass es für eine normale Motorradbatterie von Steffi konstruiert worden ist, wenn auch im Zusammenhang mit seiner geänderten Anlasserverzahnung bzw. als Ergänzung dazu. Funktioniert aber auch mit der original Verzahnung hervorragend. Ich denke, die Größe der Batterie hat da keinen Einfluß auf die Funktionstüchtigkeit. Mit meiner verbauten LiFePo, die ja auch einen größeren Startstrom liefert als eine "normale" Motorradbatterie funktioniert das ganz hervorragend.

Klaus
wir wissen zwar nicht, wo es lang geht...aber wir beeilen uns trotzdem!!

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